Absage aus Teheran
Iran weist die Forderung der UN nach Aussetzung der Urananreicherung bis zum 31.
August offiziell zurück
Andreas Zumach
Iran lehnt die vom UN-Sicherheitsrat verlangte "vollständige Aussetzung"
aller Aktivitäten zur Anreicherung von Uran und Wiederaufarbeitung von Plutonium bis
spätestens 31. August definitiv ab. Das geht aus der offiziellen Antwort von Teheran auf
ein Angebot der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder und Deutschlands vom 6. Juni
hervor.
In der Antwort, die der taz in wesentlichen Auszügen vorliegt, lässt Teheran
allerdings die Möglichkeit offen, dass im Rahmen von Verhandlungen über dieses Angebot
Alternativen zur Urananreicherung und Wiederaufarbeitung auf iranischem Boden oder
zumindest Einschränkungen für diese Aktivitäten vereinbart werden. Die fünf
Vetomächte und Deutschland hatten jedoch die "vollständige" Aussetzung dieser
Aktivitäten zur Vorbedingung gemacht für Verhandlungen über ihr Angebot. Der
Sicherheitsrat setzte Teheran am 31. Juli mit der Resolution 1696 eine verbindliche
Frist bis zum 31. August für die Aussetzung dieser Aktivitäten sowie für die
Beantwortung aller noch offenen Fragen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO).
In ihrer Antwort erklärt sich die iranische Regierung zwar bereit zur
"uneingeschränkten Kooperation" mit der IAEO, weist die Resolution 1696 aber
als "rechtlich belanglos" zurück. Für den Fall, dass Teheran die Frist 31.
August verstreichen lässt, erklärte der Sicherheitsrat in Resolution 1696 seine
"Absicht", politische und wirtschaftliche Sanktionen gemäß Artikel 41 der
UN-Charta gegen Iran zu verhängen. Iranische Diplomaten zeigten sich jedoch äußerst
zuversichtlich, dass China sowie wahrscheinlich auch Russland dies verhindern werden.
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