Drei Schritte aus der Sackgasse
In den USA mehrt sich die Kritik am Irankurs der Bush-Regierung
Kommentar von Andreas Zumach
Die Warnungen der friedensbewegten Ostermarschierer vor einem Irankrieg und der Appell
des Papstes für eine "ehrenvolle Lösung" des Konflikts um Teherans
Nuklearprogramm verhallten offenbar ungehört: Die Gefahr einer militärischen
Auseinandersetzung scheint über das Osterwochenende eher ein Stück größer geworden zu
sein.
Dabei hätte ein Krieg gegen den Iran verheerende Auswirkungen auf die gesamte Welt
(siehe nebenstehende Debatte). Höchste Zeit also, dass die EU den Kurs der Eskalation,
den die Bush-Regierung seit Monaten forciert, endlich etwas entgegensetzt. Dieser
Konfrontationskurs der US-Regierung bereitet aber auch besonnenen Politikern in der
republikanischer Partei zunehmend Sorgen. Das zeigt die wiederholte Aufforderung des
Vorsitzenden des außenpolitischen Senatsausschusses, Richard Lugar, Washington müsse
endlich direkte Gespräche mit Teheran über das Nuklearprogramm aufnehmen.
Das EU-Trio (Frankreich, Großbritannien, Deutschland) sollte sich bei den heutigen
Moskauer Beratungen mit den USA, Russland und China der Forderung Lugars offiziell
anschließen. Und bis dies auch umgesetzt wird, sollte sich das Trio besser auch nicht
mehr an den unfruchtbaren Diskussionen über eine Sanktionsresolution des
UNO-Sicherheitsrates gegen Iran beteiligen, wie sie von der Bush-Regierung angestrebt
wird.
Zudem sollte sich das EU-Trio geschlossen hinter den Moskauer Kompromissvorschlag
stellen, der Teheran weiterhin den Betrieb einer kleinen, international strikt
überwachten Forschungsanlage zur Urananreicherung erlauben würde. Schließlich müssten
die Regierungen in Berlin, London und Paris militärische Maßnahmen gegen Iran eindeutig
und für die iranische Bevölkerung wahrnehmbar ausschließen.
Mit diesen drei Schritten könnte die EU den Konflikt deeskalieren, die Hardliner um
Präsident Ahmadinedschad schwächen und damit eine politische Lösung ermöglichen, die
eine atomare Bewaffnung Irans verlässlich ausschließt.
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