Feige Ausflüchte
Siemens und DaimlerChrysler liessen sich im Irak korrumpieren
Andreas Zumach
Der abschließende Bericht der Volcker-Untersuchungskommission unterstreicht noch
einmal, was viele UNO-Hasser in den USA immer noch nicht wahrhaben wollen: Die
Verantwortung für Korruption und Missbrauch beim UNO-Programm "Öl für
Nahrungsmittel" (ÖfN) im Irak lag nur zum geringeren Teil bei Generalsekretär Kofi
Annan und den UNO-Beamten. Die bei weitem größte Verantwortung tragen die ausländischen
Firmen, die sich im Bemühen um irakische Aufträge vom Regime Saddam Husseins
korrumpieren ließen, sowie die Mitgliedsstaaten des Sicherheitsrates, die die illegalen
Geschäfte nicht unterbanden. Sie blieben sogar in den 70 Fällen passiv, in denen
MitarbeiterInnen des ÖfN-Programms den Sicherheitsrat zum Eingreifen aufgefordert hatten.
Zu den korrupten Firmen gehören auch DaimlerChrysler und Siemens. Beschämend sind die
feigen Versuche der Konzernzentralen, sich auf Unwissenheit herauszureden und die
Verantwortung auf untergeordnete Mitarbeiter abzuschieben. Dieser Umgang steht in krassem
Gegensatz zu den Verpflichtungen, die sie eingegangen sind: Beide Unternehmen sind
Mitglied im von Kofi Annan initiierten "Global Compact"-Partnerschaftsprogramm
der UNO mit Wirtschaftsunternehmen.
Zu hoffen ist, dass deutsche Staatsanwälte der Aufforderung von Volcker und Annan
nachkommen und Strafverfahren gegen Siemens und DaimlerChrysler einleiten. Denn selbst
wenn die Zahlungen von Bestechungsgeldern im Ausland damals nach deutschem Recht noch
nicht verboten gewesen sein sollten, haben die beiden Unternehmen auf jeden Fall gegen die
verbindlichen Sanktionsbeschlüsse des Sicherheitsrats verstoßen - also gegen
internationales Recht. Das wird auch nicht irrelevant durch den Umstand, dass der
schwerste und folgenreichste Verstoß gegen die Sanktionsbeschlüsse wahrscheinlich
ungeahndet bleibt: der von Washington ausdrücklich geförderte Ölschmuggel Iraks in die
Türkei und nach Jordanien. Dadurch konnte sich das Regime von Saddam Hussein Einnahmen
von fast 11 Milliarden US-Dollar beschaffen. Illegal
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