Große Befriedigung in Washington
Die Bush-Administration sieht die EU als Erfüllungsgehilfe der eigenen erfolgreichen
Strategie zur Isolation Irans.
Andreas Zumach
Die Iran-Resolution der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEO) sowie die Tatsache,
dass diese Resolution von der EU eingebracht und durchgesetzt wurde, sind in der
Bush-Administration auf große Befriedigung gestoßen. Der stellvertretende Außenminister
Nicholas Burns erklärte, die Resolution sei "ein bedeutender Zwischenschritt auf dem
Weg zum UNO-Sicherheitsrat". Burns fügte hinzu, die Bush-Administration habe
"eine geduldige langfristige Strategie, die darin besteht, Iran in der Atomfrage zu
isolieren". Teil dieser Strategie sei es gewesen, "das EU-Trio bei seinen
Verhandlungen mit Teheran auflaufen zu lassen, und damit die Europäer auf den Kurs der
USA zu bringen", erläuterte ergänzend ein Vertreter der Administration, der
namentlich nicht genannt werden will.
Die rund siebenmonatigen Verhandlungen des EU-Trios Frankreich, Großbritannien und
Deutschland waren im Juli gescheitert, weil das Trio von Iran zwar einerseits den
endgültigen Verzicht auf die Urananreicherung verlangte, andererseits aber die beiden
zentralen Forderungen Teherans nicht erfüllen wollte oder konnte. Das EU-Trio war zum
einen nicht bereit zu verbindlichen Zusagen für die Lieferung von Nuklearbrennstoff durch
europäische Firmen, weil die Bush-Administration für diesen Fall mit der Ausweitung der
gegen Iran verhängten Sanktionen auf diese Firmen drohte. Zum anderen konnten die
EU-Vertreter die USA nicht zur Abgabe "negativer Sicherheitsgarantien"
gegenüber Iran wie den Verzicht auf einen Präventivschlag oder den Einsatz von
Atomwaffen bewegen.
Der Umstand, dass die IAEO-Resolution keine "Überweisung" der Iran-Frage an den
UNO-Sicherheitsrat vorsieht, sondern nur eine "Meldung" zu einem noch
unbestimmten Zeitpunkt, und dass selbst dieser Beschluss nur von 22 der 35 Mitglieder des
IAEO-Gouverneursrates getragen wird, tut der Befriedigung der US-Regierung keinen Abbruch.
Sie setzt darauf, dass Teheran durch seine Reaktion auf die Resolution zur Eskalation des
Konflikts beiträgt und damit den Weg ebnet zu weitergehenden und von einer größeren
Mehrheit getragenen IAEO-Beschlüssen in den nächsten Monaten.
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