Tsunami-Hilfe rollt zu langsam ein
Andreas Zumach
UN beklagt, dass Regierungen ihre großzügigen Zusagen nicht erfüllen:
Bislang sind erst 40 Prozent der versprochenen 977 Millionen Dollar Soforthilfe
eingegangen.
Die Euphorie über die große internationale Hilfsbereitschaft nach dem Erdbeben im
Indischen Ozean hat einen Dämpfer erhalten. Zumindest bei der UNO. Denn von den 977
Millionen US-Dollar Soforthilfe, mit deren Eingang die UN-Koordinationsstelle für
humanitäre Beistandsmaßnahmen OCHA bis Ende Januar fest gerechnet hatte, sind bis
gestern erst knapp 40 Prozent, nämlich rund 360 Millionen Dollar, auf dem UN-Konto
eingetroffen. Das teilte OCHA-Vizedirektorin Margareta Wahlström nach ihrer Rückkehr aus
der Katastrophenregion mit.
Wahlström erinnerte daran, dass die Regierungen von 35 Staaten auf einer großen
Geberkonferenz am 11. Januar in Genf zugesagt hatten, der UNO die erforderlichen Mittel
bis spätestens zum 31. Januar zur Verfügung zu stellen. Die 977 Millionen Dollar werden
benötigt, um bis Mitte des Jahres die vordringlichsten Maßnahmen der humanitären
Versorgung und der Überlebenssicherung in der Katastrophenregion zu finanzieren, bevor
dann der Wiederaufbau zerstörter Infrastruktur beginnen kann.
OCHA hatte den Regierungen einen detaillierten Plan zur Verwendung der 977 Millionen
Dollar vorgelegt. Dieser Plan enthält alle Manahmen und Projekte, die UNO-Organisationen
in der Soforthilfephase durchführen wollen. Dennoch sind die meisten Regierungen nicht
bereit, der OCHA die versprochenen Summen pauschal zu überweisen. Stattdessen führen die
Regierungen langwierige bilaterale Verhandlungen mit den einzelnen UN-Organisationen über
deren Vorhaben in der Krisenregion. Das gilt auch für die Bundesregierung, die auf der
Genfer Konferenz 50 Millionen Euro und zuvor bereits 20 Millionen Euro zur Deckung der
Soforthilfekosten zugesagt hatte.
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