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TAZ
25. Februar 2003 |
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Saddam Hussein wird seine Raketen verschrotten
Friedliche Entwaffnung kann funktionieren
Andreas Zumach
Iraks Al-Samud-2-Raketen sind für die konventionelle Verteidigung des Landes durchaus von
Bedeutung. Das gilt unabhängig davon, ob ihre Reichweite die UN-erlaubten 150 Kilometer
überschreitet oder nicht. Dennoch wird Bagdad der Forderung des UNO-Chefinspekteurs Hans
Blix nachkommen, bis zum 1. März mit der Zerstörung aller hundert Exemplare dieser
Raketen zu beginnen, die bislang gefertigt wurden. Darauf deuten alle bisherigen Signale
aus Bagdad. Offen ist, wie die Zerstörung der Raketen dann international interpretiert
wird. Gilt sie als belanglos, weil diese Raketen "nur die Spitze eines
Eisberges" seien? So heißt es schon jetzt vorbeugend aus Washington. Oder gilt sie
als Beweis dafür, dass "die Entwaffnung Iraks mit friedlichen Mitteln möglich
ist"? Dieser Satz ist der Kern der französisch-russisch-deutsch-chinesischen
Alternative.
Doch hat diese Alternative nur eine Chance der Realisierung, wenn ihre Protagonisten
endlich verhindern, dass weiterhin USA und Großbritannien die Entwicklung im
UN-Sicherheitsrat bestimmen. So wie Washington und London Blix die Forderung nach der
Raketenzerstörung mit Fristsetzung aufgeschrieben haben, sollten Paris, Berlin, Moskau
und Peking endlich konkrete Zeitpläne und Angebote über Experten und Material vorlegen,
um das Kontrollregime zu stärken.
Um alle verbotenen Waffen, Grundsubstanzen und Rüstungsprogramme aufzuspüren und zu
zerstören, reichen nach Auffassung von Blix und IAEO-Direktor Mohammed al-Baradei bei
voller - im Einzelfall notfalls zu erzwingender - Kooperation Bagdads maximal sechs
Monate. Sie wären aufzuteilen in Zwischenfristen, um detaillierte Forderungen an Bagdad
abzuarbeiten. Mit einem so konkreten Programm zur "friedlichen Entwaffnung" des
Irak könnten die erklärten Gegner eines Krieges im Sicherheitsrat begründen, warum sie
sich nicht mit "unendlichen Inspektionen" zufrieden geben, wie der
öffentlichkeitswirksame Vorwurf von Bush und Blair lautet. Ohne ein derartiges Programm
ist die Gefahr groß, dass die USA und Großbritannien im Sicherheitsrat bis spätestens
14. März eine Mehrheit für ihre Kriegsresolution zusammenbringen.
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