Die Europäische Argrarlobby behindert eine Einigung der WEU
Subvention der Armut Andreas Zumach
Mit jährlich 50 Milliarden Euro finanzieren die SteuerzahlerInnen
in der EU die Überproduktion von Nahrungsmitteln, die teuere
Lagerung der Überschüsse und die Dumpingpreise auf Auslandsmärkten.
Die produktionssteigernden und exportfördernden Agrarsubventionen
der EU sind der größte Einzelbeitrag des Westens zur Armut
im Süden.
Auf diesen skandalösen Zusammenhang haben die Ministerinnen
Wieczorek-Zeul und Künast immer wieder hingewiesen und Vorschläge
für eine ökologische Umsteuerung der Subventionen vorgelegt.
Würden sie umgesetzt, ließen sich Überproduktion und
Dumping vermeiden - und kein Bauer hätte einen Euro Einkommen
weniger in der Tasche. Gemessen an diesen Vorschlägen und an
der Dimension des Skandals war schon der ursprüngliche Plan von
EU-Landwirtschaftskommissar Fischler zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik
völlig unzureichend. Doch immerhin hätte sich mit diesem
Plan die Summe armutsfördernder Subventionen der EU um einige
Milliarden reduzieren lassen. Und vielleicht hätte er ausgereicht,
um wieder Bewegung in die völlig festgefahrenen WTO-Verhandlungen
zu bringen.
Doch nach den Verwässerungen des Reformplans durch den Brüsseler
Agrarministerrat lässt sich bestenfalls ein weiterer Anstieg
der Subventionen verhindern. Hauptverantwortlich für dieses Reformdesaster
ist Frankreich. Präsident Chiracs Bekundungen zur "Solidarität
mit den Armen" im Allgemeinen und Afrika im Besonderen sind das
Papier nicht wert, auf dem sie geschrieben wurden, zuletzt beim G-8-Gipfel
in Evian.
Nur: Ohne die Kumpanei mit Bundeskanzler Schröder hätte
Chirac die Sabotage von Fischlers Reformplan nicht durchsetzen können.
Frankreich und Deutschland - vermeintlich der Motor Europas - erweisen
sich erneut als Bremse. Auch mit Blick auf die WTO-Verhandlungen bleiben
Chirac und Schröder damit bei der Blockadepolitik, die ihre Vorgänger
Mitterrand und Kohl seit Beginn der Uruguay-Welthandelsrunde 1986
betrieben haben.
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