Die Irakresolution der UNO nutz nur den Besatzungsmächten
Ein weiterer Schritt in die falsche Richtung
Andreas Zumach
Die neue Irakresolution der UNO ist das schlechteste aller nur denkbaren
Ergebnisse und Ausdruck des fortgesetzten Versagens der Kriegsgegner
im Sicherheitsrat. Sie erlaubt der Bush-Administration, den von ihr
installierten provisorischen Regierungsrat in Bagdad als international
anerkanntes Gremium auszuweisen - auch wenn diese Anerkennung ausdrücklich
nicht im Resolutionstext steht. Zugleich enthält die Resolution
nicht einmal einen Zeitplan für die Wahl einer tatsächlich
repräsentativen und vom irakischen Volk legitimierten Regierung.
Die Schaffung der UNO-Unterstützungsmission Unami bedeutet lediglich,
dass die - nach den Regeln des Völkerrechts eigentlich von den
beiden Irakkriegs-Aggressoren und heutigen Besatzungsmächten
USA und Großbritannien zu tragenden - Kosten für humanitäre
und Wiederaufbauleistungen künftig ganz offziell aus dem regulären
UN-Haushalt finanziert werden. Zudem macht es die Schaffung der Unami
für Washington und London einfacher, die UNO und ihre im Irak
tätigen Unterorganisationen künftig zum Sündenbock
für anhaltende Probleme bei der humanitären Hilfe und beim
Wiederaufbau zu machen.
Die militärische, politische und wirtschaftliche Kontrolle bleibt
weiterhin uneingeschränkt bei den beiden Besatzungsmächten.
Die UNO erhält mit der neuen Resolution nicht einmal begrenzte
Mitentscheidungsrechte. Das kritisiert nun im Nachhinein der französische
UN-Botschafter. Und sein deutscher Kollege jammert über "mangelnde
Transparenz" beim Beratungsprozess.
Warum haben Frankreich und Deutschland dieser schlechten Resolution
dann zugestimmt? War sie nur ein "erster Schritt", wie es
der SPD-Fraktionsvize Erler formuliert hat? Ein erster Schritt in
einem Prozess, an dessen Ende eines Tages auch deutsche Truppen im
Irak stehen sollen? Öffentliche Äußerungen von Bundesverteidigungsminister
Struck und der grünen Parteichefin Beer zeigen, dass diese Option
in führenden Kreisen der Koalition zumindest erwogen wird. Die
neue Irakresolution ist allerdings noch Lichtjahre entfernt von der
von Beer formulierten Bedingung für einen Irakeinsatz der Bundeswehr,
"ein UNO-Mandat, bei dem die Vereinten Nationen die Federführung
im Irak erhalten". Gilt diese Bedingung auch für Außenminister
Fischer? Auf die Antwort darf man gespannt sein.
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