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TAZ
03. August 2001 |
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Genfer Vorbereitungstagung zur Antirassismuskonferenz der UNO
EU stellt fest: Kolonialismus hatte auch sein Gutes
Andreas Zumach
Die Europäische Union hat sich besonnen - zum Schlechteren.
Bei der Genfer Vorbereitungstagung für die Anfang September
beginnende Antirassismuskonferenz der UNO im südafrikanischen
Durban hat die EU in einem zentralen Streitpunkt ihre Haltung
revidiert.
Sie unterstützt jetzt einen kanadischen Vorschlag, wonach im
Abschlussdokument von Durban zwar "Sklaverei und
Sklavenhandel" ohne Einschränkung als Verbrechen der
Vergangenheit verurteilt werden sollen, nicht aber der
"Kolonialismus" als solcher. Dies war bis Ende Juni noch
von der schwedischen EU-Präsidentschaft im Namen der Union
befürwortet worden. Jetzt sollen allerhöchstens noch
"einige Aspekte des Kolonialismus" negativ bewertet
werden.
Der Sinneswechsel hängt mit dem Wechsel der
EU-Präsidentschaft zusammen. Am 1. Juli begann die belgische
Halbjahresperiode an der Unionsspitze. Belgien, das wie die
EU-Mitglieder Großbritannien, Frankreich und Spanien seine
letzten Kolonien erst in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts
aufgegeben hat, vertritt die Auffassung, der Kolonialismus habe den
ehemaligen Kolonialvölkern in Afrika, Asien und Lateinamerika
auch "viel Gutes gebracht".
Dieser Haltung haben sich Deutschland und die übrigen
EU-Staaten inzwischen angeschlossen. Scharf kritisiert wurde der
Positionswechsel vom "Forum Menschenrechte", dem
Zusammenschluss von über 40 deutschen
Nichtregierungsorganisationen (NRO). "Hier wird polarisiert und
die Weltkonferenz in Frage gestellt", erklärte Nils
Rosemann, Vertreter des Forums bei der Genfer Vorbereitungstagung.
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