Mehr Geld für umfassendere Modernisierung
US-Energieministerium will auch die nuklearen Teile der B-61
modernisieren
von Otfried Nassauer
Das ging schnell. Vor einen Monat erst stimmte U.S.-Präsident
Barack Obama einer Modernisierung der auch in Deutschland und Europa
lagernden Atombomben vom Typ B-61 im Grundsatz zu. Nun drückt die
zuständige Nationale Nukleare Sicherheitsagentur (NNSA) aufs Tempo und
geht aufs Ganze. Anfang Mai wurden die zuständigen Kongressausschüsse
mit einem 10-seitigen Schreiben informiert, dass im Haushaltsjahr 2011
rund 53,5 Millionen Dollar zusätzlich eingestellt werden sollen, um
schon 2017 den ersten neuen Sprengkopf vorweisen zu können. Die Mittel
können im Haushalt der NNSA an anderer Stelle eingespart werden, warb
die Behörde und ließ sodann die Katze aus dem Sack: Rund 19 der
zusätzlichen Millionen sollen dazu dienen, die Machbarkeit einer
Modernisierung der nuklearen Komponenten der Bomben zu untersuchen. Das
Vorhaben schließe ein, „den Primary (Primärsprengsatz) der B-61 neu
aufzubauen, ein vorhandenes Pit (den nuklearen Kern) der B-61
wiederzuverwenden und das canned subassembly (Spaltrohrbaugruppe) der
B61 wiederzuverwenden oder neu aufzubauen.“ Arbeiten an den nuklearen
Komponenten der Bombe B-61-12 hatte der Kongress noch im vergangenen
Jahr explizit abgelehnt. Sie sind zudem nur zulässig, wenn auch der
Präsident zustimmt. Barack Obama aber stellte noch vor einem Monat klar:
„Die Vereinigten Staaten werden keine neuen Nuklearsprengköpfe
entwickeln und auch keine neuen militärischen Aufgaben oder neue
Fähigkeiten für Nuklearwaffen verfolgen.“ Nun muss er wohl entscheiden,
ab wann eine modernisierte Atomwaffe zu einer neuen Nuklearwaffe oder zu
einer Waffe mit neuen Fähigkeiten wird.

ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für
Transatlantische Sicherheit - BITS
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