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14. Mai 2010


Mehr Geld für umfassendere Modernisierung
US-Energieministerium will auch die nuklearen Teile der B-61 modernisieren

von Otfried Nassauer


Das ging schnell. Vor einen Monat erst stimmte U.S.-Präsident Barack Obama einer Modernisierung der auch in Deutschland und Europa lagernden Atombomben vom Typ B-61 im Grundsatz zu. Nun drückt die zuständige Nationale Nukleare Sicherheitsagentur (NNSA) aufs Tempo und geht aufs Ganze. Anfang Mai wurden die zuständigen Kongressausschüsse mit einem 10-seitigen Schreiben informiert, dass im Haushaltsjahr 2011 rund 53,5 Millionen Dollar zusätzlich eingestellt werden sollen, um schon 2017 den ersten neuen Sprengkopf vorweisen zu können. Die Mittel können im Haushalt der NNSA an anderer Stelle eingespart werden, warb die Behörde und ließ sodann die Katze aus dem Sack: Rund 19 der zusätzlichen Millionen sollen dazu dienen, die Machbarkeit einer Modernisierung der nuklearen Komponenten der Bomben zu untersuchen. Das Vorhaben schließe ein, „den Primary (Primärsprengsatz) der B-61 neu aufzubauen, ein vorhandenes Pit (den nuklearen Kern) der B-61 wiederzuverwenden und das canned subassembly (Spaltrohrbaugruppe) der B61 wiederzuverwenden oder neu aufzubauen.“ Arbeiten an den nuklearen Komponenten der Bombe B-61-12 hatte der Kongress noch im vergangenen Jahr explizit abgelehnt. Sie sind zudem nur zulässig, wenn auch der Präsident zustimmt. Barack Obama aber stellte noch vor einem Monat klar: „Die Vereinigten Staaten werden keine neuen Nuklearsprengköpfe entwickeln und auch keine neuen militärischen Aufgaben oder neue Fähigkeiten für Nuklearwaffen verfolgen.“ Nun muss er wohl entscheiden, ab wann eine modernisierte Atomwaffe zu einer neuen Nuklearwaffe oder zu einer Waffe mit neuen Fähigkeiten wird.


 

ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS