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14. März 2014


Erste Gelder für Atomwaffen-Modernisierung in Europa

von Otfried Nassauer

Mit dem Haushaltsentwurf 2015 beantragt US-Präsident Obama erstmals Gelder, um die Stationierung der umstrittenen neuen Atombombe B61-12 in Europa vorzubereiten. Im Herbst 2014 und Frühjahr 2015 soll mit  Entwicklungsarbeiten zur Integration dieser Waffen in die vorhandenen Trägerflugzeuge der europäischen NATO-Partner begonnen werden. Deutschland und Italien nutzen dafür den Jagdbomber Tornado; weitere Länder amerikanische Flugzeuge vom Typ F-16. Die Arbeiten sollen bei der F-16 etwa vier Jahre dauern, beim Tornado etwas mehr als zwei Jahre. Sie umfassen unter anderem Anpassungen der Software und die Verwendung einer atomaren Gleitbombombe mit größerer Zielgenauigkeit an Bord dieser Flugzeuge. Die modernisierte Bombe selbst wird erst zu Beginn des nächsten Jahrzehnts verfügbar sein und nach derzeitiger Schätzung etwa 10 Milliarden US-Dollar kosten.

Enthalten sind in dem neuen Haushaltentwurf auch Gelder, mit denen die Sicherheit der Nuklearwaffenlager in Europa verbessert werden soll. Dafür sind insgesamt 154 Millionen US-Dollar vorgesehen, die aus einem gemeinsamen Haushalt der Allianz, dem Sicherheitsinvestititionsprogramm der NATO, finanziert werden sollen. Deutschland beteiligt sich mit etwas weniger als einem der Fünftel der Kosten an diesem Vorhaben. Zu den Standorten, die modernisiert werden sollen, zählt der einzige aktive Nuklearwaffenstandort in Deutschland, Büchel.


ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS