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11. März 2011


Ein Ministerium zwei Delegationen

von Otfried Nassauer


Präsenz zeigte das deutsche Verteidigungsministerium bei der Rüstungsmesse IDEX 2011 in Abu Dhabi. Gleich zwei Delegationen mischten sich unter die 60.000 Besucher der fünftägigen Messe. Geleitet wurde die eine vom Stellvertreter des Heeresinspekteurs, Generalleutnant Bruno Kasdorf, die andere vom Abteilungsleiter Rüstung Detlef Selhausen, einem zivilen Beamten. Das erfuhr der Bundestagabgeordnete Jan van Aken auf Nachfrage.

Die IDEX ist das Mekka der wehrtechnischen Industrie. In diesem Jahr zog die Messe mehr als 1.000 Aussteller aus über 50 Ländern an. Der Nahe und Mittlere Osten sind seit Jahren der größte Markt für Rüstungsgüter. Mit den autokratischen Regimen der Region lassen sich noch gute und vor allem große Geschäfte machen. Das reizt auch deutsche Firmen. Der Export wird für sie immer wichtiger. Er sichert die Grundauslastung ihrer Kapazitäten. Aus Deutschland kamen 66 Aussteller zur IDEX 2011. Zu sehen gab es dort erstmals den Leopard II A7+, eine neue Version des gefragten Kampfpanzers, die für den Einsatz in städtischen Gebieten optimiert wurde. In Katar hatte er zuvor eine intensive Wüstenerprobung durchlaufen. Das Emirat interessiert sich für den Kauf. Der Leopard 2 darf aufgrund einer Grundsatzentscheidung des Bundessicherheitsrates nach Genehmigung im Einzelfall mittlerweile auch auf die arabische Halbinsel exportiert werden. Also auch nach Saudi-Arabien. Dort interessiert man sich seit Jahrzehnten für den Leopard 2. Ende 2010 berichteten spanische Zeitungen, dass Saudi-Arabien am Kauf von 200-270 Leopard 2E Panzern aus spanischer Lizenzproduktion interessiert sei. Das Geschäft könne bis zu 3 Milliarden Euro wert sein.


 

ist freier Journalist und leitet das Berliner Informationszentrum für Transatlantische Sicherheit - BITS