Nachschub
Geschrieben am 29.03.2003 um 21.11 Uhr / von Otfried Nassauer


Washington ist seit Tagen sichtlich vergrätzt. Irgend jemand versorgt Saddam Hussein. Mit kriegswichtigem Nachschub – kleinteilig, aber entscheidend. Die Meldungen, dass in den irakischen Arsenalen entscheidende und militärisch wirksame, aber zuvor dort nicht vermutete Hightech auftaucht, häufen sich: Erst war von Nachtsichtgeräten und Geräten zum Stören von GPS-Navigationsanlagen die Rede, nun kommen moderne Panzerabwehrraketen russischer Herkunft hinzu. Keine Großwaffensysteme aber technisch wichtige zusätzliche Fähigkeiten für den Irak.

Nachtsichtgeräte zwingen die Planer der USA, davon auszugehen, dass irakische Kräfte auch bei Nacht kämpfen können – ein Vorteil, in dessen Besitz sich die westlichen Verbündeten bislang alleine wähnten. GPS-Störsysteme könnten viele präzisionsgelenkte Waffen ins Leere laufen lassen und medienwirksame Bilder ziviler Opfer hervorrufen, kämen sie zum Einsatz und würden sie nicht – wie für sechs solcher Systeme behauptet – frühzeitig zerstört. Moderne Panzerabwehrwaffen russischer Bauart sind bereits für die ersten Verluste von US-Panzern im Kampf verantwortlich.

Ganz gleich, ob diese Meldungen und die anklagenden Worte gegen Russland, Belorus und Syrien als potentielle Lieferanten einen Teil der Schwierigkeiten erklären sollen, in die die Truppen der Washingtoner Koalition der Willigen geraten sind oder ob sie – wenn aus dem Munde des amerikanischen Verteidigungsministers Rumsfeld kommend – signalisieren sollen, dass auch Syrien gegebenenfalls mit dem stählernen Arm Washingtons rechnen muß; sie stehen in einem eklatanten Widerspruch zu Meldungen über die Situation der eigenen Truppen.

Während Saddam offensichtlich trotz Embargo entscheidende Waffenlieferungen bekommt, gibt es bei manchen Einheiten der USA offensichtlich Nachschubprobleme. Es fehlt immer wieder einmal der Sprit oder das Wasser. Essen soll bei einigen Verbänden rationiert worden sein – da könnte es nur noch eine Frage der Zeit bis wichtige Ersatzteile oder vor allem auch Munition knapp werden könnten.

 

Neuigkeiten

Daten&Archive

Bits bei der Arbeit

Kalender

Publikationen

Projekte

Netzwerke

Links