BITS unterstützen!
Gründe für die Finanzsituation

 

Unser kostenloses Internetangebot wird immer beliebter. Die Nutzerzahlen wachsen stetig. 2007 kamen erstmals mehr als 750.000 Besucher, die sich rund zwei Millionen Seiten angeschaut und über 180 Gigbyte Daten von unserer Homepage abgerufen haben. Hervorragende Werte für eine reine Fachinformationsseite – gemacht von einem kleinen, gemeinnützigen Institut und seinen ehrenamtlichen Mitarbeitern.

So erfreulich diese Entwicklung ist, so problematisch ist eine andere: Seit der Selbstauflösung der W. Alton Jones Foundation, die viele Jahre BITS und dessen Projekte gefördert hat, ist es uns nicht gelungen, einen neuen Geldgeber zu finden, der uns dauerhaft mit 50.000 oder 100.000 € im Jahr unterstützt. In Deutschland scheint das unmöglich zu sein. Unsere Reserven sind mittlerweile aufgebraucht. Die Einnahmen decken die laufenden Ausgaben nicht. Trotz größter Sparsamkeit – alle Freiberufler haben seit 2003 praktisch nur noch ehrenamtlich gearbeitet - haben wir die Jahre 2006 und 2007 nur "gerade noch so" überstanden: Mit etlichen kleinen Forschungskooperationen, mit viel ehrenamtlicher Arbeit und mit einem Engagement, dass von dem ein oder anderen deutlich mehr ehrenamtliche Arbeitszeit erforderte als ein Fulltime-Job. So paradox es klingen mag: Die Kriege der letzten Jahre und die daraus resultierenden Anfragen nach Interviews, Referenten und Hintergrundinformationen, hatten entscheidend Anteil daran, das BITS "überlebt" hat. Wir wurden zu unfreiwilligen "Kriegsgewinnlern".

Das wird (hoffentlich) nicht so bleiben. Aber damit wird die Situation für uns leider noch schwieriger. Zwei, drei oder vier Jahre können Menschen ohne Urlaub und mit einem ehrenamtlichen Zweitberuf von 40-50 Wochenstunden durchhalten; dann schwinden die Kräfte. Auch ehrenamtliches Engagement muss Grenzen haben. Damit diese Grenzen endlich eingehalten werden können, benötigen wir jetzt Ihre Unterstützung.

Denn auch in den Medien hat in den letzten Jahren ein finanziell bedingter, radikaler Abbau kritischer, investigativer Berichterstattung stattgefunden. "Zu teuer" – so lautet oft die Begründung, wenn aufwändige, investigative "Geschichten" recherchiert werden wollen. Betroffen sind davon auch wir. Unsere freiberuflich-journalistischen Mitarbeiter müssen immer länger für immer weniger Geld arbeiten, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Immer häufiger gibt es für einen Artikel, in den Tage der Recherche und Arbeit geflossen sind, nur 150 oder sogar weniger als 100€ Honorar. Leben kann von solchen "Bezahlungen" nur, wer Journalismus als Public Relations betreibt, Meinungsartikel schreibt oder gute "Freunde" in den Medien hat. Bekenntnis statt Erkenntnis – so lautet der Trend, der unter dem Druck wirtschaftlicher Realitäten auch in den Medien immer weiter um sich greift. Da sich unsere Freiberufler aber dem aufklärenden, investigativen Journalismus verpflichtet sehen, haben sie logischerweise immer weniger Zeit für ihr ehrenamtliches Engagement und der finanzielle Druck für BITS steigt auch deshalb weiter an.

Dieser radikale Wandel hat eine enorme Bedeutung. Er trägt dazu bei, dass Politik, Bürokratien und gut-finanzierte Lobbies immer häufiger ohne professionelle kritische Gegenspieler agieren können. Politische Fehlentscheidungen, falsche Prioritäten und eine oft interessensgeleitete Ver(sch)wendung von Steuermitteln sind die Folge. Fehlen die kritischen Warner, die "Watchdogs", so können – wie das Beispiel Irak zeigt - selbst Kriege mit erfundener Begründung geführt werden.

BITS will auch künftig seinen kleinen, aber wichtigen Beitrag als "Wachhund" leisten. So wie 2007. Wir berichteten, dass die Bundesregierung erneut U-Boote nach Israel und erstmals auch nach Pakistan liefern will. Wir recherchierten Kleinwaffenexporte aus Deutschland in Krisengebiete Afrikas und Asiens. Wir analysierten die Pläne der USA, in Polen und Tschechien eine Raketenabwehrsystem aufzubauen. Wir fanden heraus, dass die USA fast all ihre Nuklearwaffen aus Deutschland abgezogen haben, weil die US-Luftwaffe diese nicht mehr braucht. Wir entdeckten, dass die Bundesregierung entscheiden muss, ob die letzten US-Atomwaffen, die für die Bundeswehr vorgesehen sind, bleiben oder abgezogen werden sollen. Wir warben für eine Wiederbelebung der Rüstungskontrolle und Abrüstung und machten Vorschläge, wie die Bundesregierung dabei eine aktivere Rolle übernehmen könnte. Trotz knappster Kassen: Immer wieder gelang es uns, mit fundierten Rechercheergebnissen öffentlich Gehör zu finden.

Es ist eine Binsenweisheit, dass kritische Stimmen auch in Demokratien dringend benötigt werden. Doch ganz ohne Geld können auch sie nicht überleben und weiter Gehör finden. Deshalb brauchen wir Ihre finanzielle Unterstützung. BITS kann überleben, wenn pro Jahr zwischen 30.000 und 40.000 € zusammenkommen. Das deckt unsere Sachkosten – nicht mehr, nicht weniger. Über 200 Quadratmeter Archiv und öffentliche Bibliothek kosten Miete, Strom, Abonnements und den Preis für aktuelle Bücher. Auch uns treffen die steigenden Energiekosten schwer. In den vergangenen Jahren lag das Spendenaufkommen aber "nur" bei 10-15.000 € pro Jahr – zu viel zum Sterben und eindeutig zu wenig zum Überleben. Deshalb erneut unsere Bitte an Sie, unsere Besucher:

Wir brauchen dringend (mehr) Menschen, die uns unterstützen. Mit einer einmaligen Spende, mit regelmäßigen Spenden oder durch Ihre Fördermitgliedschaft. Gerne aber auch mit Werbung um Spender und Fördermitglieder aus Ihrem Bekannten- und Freundeskreis.